Montag , 23 April 2018
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Autoren Archiv: Alexander

Hund & Recht

Aggressive Hunde an die Leine:

Ein Hundehalter, der drei ausgewachsene Schäferhunde ausführte, diese nicht angeleint und auch keine Leinen bei sich führt, um im Notfall die Hunde anleinen zu können, handelt fahrlässig.
Wird in einer solchen Situation ein Jogger von einem dieser drei Tiere angefallen oder verletzt, so macht sich der Hundehalter einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig.
Erst recht gilt dies dann, wenn dem Hundehalter die Aggressivität eines seiner Tiere bekannt war und gerade auch dieses Tier unvermittelt und plötzlich den Jogger angegriffen hat.

Flucht vor einem Hund

Ein Kind, das aus Angst vor einem Hund wegläuft, eine Fahrbahn überquert und hierdurch von einem Pkw verletzt wird, hat gegen den Hundehalter einen Anspruch auf Schadenersatz, da zwischen dem Verhalten des Hundes und dem Unfallereignis ein zurechenbarer Zusammenhang besteht.
Dieser erfoderliche, ursächliche Zusammenhang ist nämlich auch dann gegeben, wenn ein Mensch durch das Verhalten eines Tieres in Angst und Schrecken versetzt und infolgedessen bei einer Fluchtreaktion verletzt wird.
Allerdings wurde dem Kind ein Mitverschulden angelastet, da es blindlings auf die Straße gelaufen ist und sich dadurch leichtfertig in die Gefahr des Straßenverkehrs begeben hat.

Keine Anleinpflicht bei gehorsamem Hund

Hunde dürfen in einem Jagdbezirk nicht ohne Aufsicht frei laufen gelassen werde.
Dies schreiben die jeweiligen Landesjagdgesetze zum Schutz des Wildbestandes vor. Dabei bedeutet „Aufsicht“ nicht aber gleich „angeleint“.
Ein Verstoß gegen die gesetzliche Vorschrift liegt so erst dann vor, wenn sich der Hund im Jagdbezirk außerhalb der Sicht- oder Rufweite des Hundeführes aufhält oder der Hundeführer nicht die tatsächliche Möglichkeit hat, durch gezielte Kommandos oder andere Handlungen eine Kontrolle über sein Tier auszuüben.
Damit kann ein Hund auch unter Kontrolle sein, wenn er nicht amgeleint ist.
Der Einspruch eines Hundehalters gegen ein ausgesprochenens Bußgeld der Kreisverwaltung hatte somit Erfolg.

Kupierverbot für Hundeohren

Das Kupieren der Ohren eines Dobermanns fügt dem Tier langanhaltende Schmerzen zu, die nicht auf einem vernünftigen Grund beruhen.
Die Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar. Dies gilt auch dann, wenn der Eingriff an den Ohren nicht in Deutschland, sondern im Ausland vorgenommen wurde, wo dies erlaubt ist.
Denn wer seinen Hund nur deshalb kurzfristig ins Ausland bringt, um dort die Ohren kupieren zu lassen, macht sich strafbar, weil er der Hund die Schmerzen nicht nur unmittelbar beim Eingriff hat.
Diese Schmerzen dauern vielmehr noch mehrere Wochen während der Nachbehandlung (ca. 2-4 Wochen) an. Ein vernüftiger Grund für das Kopieren der Ohren liegt im Sinne des Tierschutzgesetzes nicht vor.

Tiere sind Teil der Lebensgestaltung

Geht es um die Tierhaltung in der Mietwohnung, so liegen teilweise völlig unterschiedliche Urteile vor.
Offenbar spielt es eine Rolle ob der fragliche Richter selbst Tierhalter ist oder nicht. Das Amtsgericht Köln hat nunmehr ein weiteres tierfreundliches Urteil gefällt und festgestellt, dass ein Wohnungsmieter grundsätzlich berechtigt ist, in der Wohnung einen Hund zu halten.
Die Klausel im Mietvertrag „Tierhaltung bedarf grundsätzlich der Genehmigung des Vermieters“ ist unwirksam. Hier ist das Gericht der Auffassung, daß die Tierhaltung als Inhalt normalen Wohnens angesehen werden muß und dass damit die Hundehaltung keinen vertragswidrigen Gebrauch der Wohnung beinhaltet.
Denn das Bewohnen umfaßt alles, was zur Benutzung der bewohnten Räume als existiellen Lebensmittelpunkt gehört. Also die gesamte Lebensführung des Mieters mit all ihren Ausgestaltungen und Bedürfnissen.
Die üblichen Haustiere dürfen damit gehalten werden. Eine generelle Verbotsklausel, die alle Heimtiere von einer Genehmigung des Vermieters abhängig macht ist unwirksam.

Zwangshaft für Hundehalter

Eine Gemeinde ordnete für ihr Hoheitsgebiet an, dass Hunde dort nur an der Leine geführt werden dürfen.
Ein Hundehalter weigert sich beharrlich, diese Auflage zu erfüllen und ließ auch weiterhin seinen Hund frei Lauf.
Daraufhin setzte die Gemeinde gegen den Hundehalter ein Zwangsgeld in Höhe von DM 2.000 fest und glaubte, den Hundefreund auf diese Weise an die Satzungsauflage binden zu können.
Aber auch dies beeindruckte den Hundehalter nicht, was wiederum die Gemeinde dazu veranlaßte, vier Tage Ersatzzwangshaft gegen ihn anzuordnen.
Die hielt der Hundehalter für völlig überzogen und zog gegen diese Anordnung vor das Gericht. Hier bestätigte man aber die Ersatzzwangshaft gegen den Hundehalter. Denn wenn der Hundehalter allen gemeindlichen Anordnungen zuwider handelt und sich auch sonst nicht belehren läßt, kommt nur die Ersatzzwangshaft in Frage, damit der Hundehalter dann genügend Zeit hat, um über sein Verhalten nachzudenken.

Die Grundausstattung für einen Hund

Ein Hundebesitzer ist nicht derjenige, welcher sich ein Hund kauft, sondern der, welcher das Zusammenleben mit seinem Hund erlernt.

Der Name des Hundes:
Der Name soll mit Phantasie ausgewählt werden. Er soll nicht hart wie ein Tadel oder ein Kommando klingen. Geiegnet sind zweisilbige Worte mit O,U oder A, wie z.B. Bosco oder Donna.

Die Dinge, welche der Hund unbedingt benötigt sind folgende:

1. Das Lager
Der Hund muss einen Platz besitzen, der für ihn immer reservieret bleibt z.B. einen Korb oder eine Höhle.
Das Lager sollte vor Kälte schützen und so gebaut sein, dass der meist zusammengerollt schlafende Hund auch ausgestreckt seinen Platz in Besitz nehmen kann.

2. Die Decke
Da sich Flöhe in die Decke einnisten können, sollte diese waschbar und leicht zu desinfizieren sein. Es kommt nur eine Spezialdecke in Frage, die wärmt, trocknet und weich ist.

3. Die Schüsseln
Für das frische Wasser muss immer eine Schüssel bereitstehen und die andere ist für die Mahlzeiten reserviert. Wichtig dabei ist, dass die Schüsseln schwer sind, damit der Hund mit diesen nicht herumspielen kann. Sie sollten gut zu reinigen – und rutschfest sein. Am besten verwendet man Schüsseln aus Edelstahl.

4. Das Halsband
Im Hundeleben hat das Halsband zwei Aufgaben:
– den Hund sicher daran festhalten zu können – entweder durch die Leine oder mit der Hand.
– es muss der Rasse und der Zugkraft des Hundes entsprechend stabil sein.

5. Die Leine
Man mag sich die Frage stellen, ob die Leine kurz oder lang sein soll. Nun die Abroll – Leine, die ca. 5m lang ist, bietet beides.
Allerdings ist der Nachteil der, dass man eine handtaschengroßen Kunststoffkasten mit Griff in der Hand hält. Lässt man ihn fallen, scheppert er mit der Aufrollautomatik auf den Hund zu und er läuft vor Schreck davon.
Wie man sich entscheidet, hängt von der Rasse ab. Der wichtigste Punkt ist der Karabinerhaken, der die Leine halten soll. Davon gibt es drei Typen:

a) Der Simplex-Karabinerhaken ist sicher, jedoch kann nur ein fester Daumendruck ihn von der Leine lösen.
b) Der Zangenhaken kann schnell und leicht geöffnet werden, tut dies aber bei nachlassender Feder auch mal von selbst, deshalb ist dieser Haken nicht völlig sicher.
c) Der Bolzenhaken ist leicht zu öffnen und hält noch immer den Ring des Halsbandes, falls der Verschluss kaputt gehen sollte.

6. Kamm, Striegel und Bürste
Für kurzhaarige Rassen wird dies gebraucht:
– eine Kardätsche mit Naturborsten für das Grobe.
– eine Striegel, um die auskardätschten Haare durch elektrostatische Aufladung zu entfernen.
– ein Fensterleder für den Glanz bei Beendigung der Prozedur.

Für langhaarige Rassen wird dies gebraucht:
– eine normale Haarbürste für den Welpen
– einen feinzinkigen Kamm
– einen großzinkigen Kamm
– eine Drahtbürste mit abgerundeten Ecken
– eine Kardätsche mit kräftigen Naturborsten

Wie lernt mein Hund?

Um bei der Erziehung Ihres Hundes erfolgreich sein zu können müssen Sie zwei „Sprachen“ beherrschen, die auch Ihr Hund „spricht“ bzw. dies lernen wird.

Ihre Stimme:
Benutzen für jedes Kommando immer dieselben Worte. Nicht einmal „Platz“ und ein anderes mal „Leg dich hin“.
Sprechen Sie ruhig und freundlich und schreien Sie Ihren Hund nie an, denn er kann auch die leisesten Laute von Ihnen viel besser hören als Sie selbst.

So kann der Hund das von ihm Verlangte, sobald er es eingeübt hat, auch wieder selbständig ausführen, denn er prägt sich die Kommandos ein und verbindet mit ihnen die Ausführung des Erlernten.
Vermeiden Sie es ihrem Hund lange Sätze zu erzählen wie etwa: „Ich hab doch gesagt dass du Platz machen sollst!“, denn damit kann er nichts anfangen, ihm fehlt die Gabe die einzelnen Worte aufzunehmen und richtig umzusetzen.

Ihre Gestik:
Sie ist für Ihren Hund von großer Bedeutung um die Kommandos zu verstehen.
Für Sie bedeutet das, dass Sie bei jedem Kommando gleichzeitig ein „Sichtzeichen“ und damit eine Hilfestellung geben. So lernt der Hund schneller Ihre Worte zu verstehen und führt die Kommandos irgendwann auch ohne die Sprache aus.
Achten Sie auch darauf, für jedes Kommando ein eigenes Handzeichen zu benutzen.

Wichtige Anmerkung:
Ein Hund lernt am schnellsten, wenn er das Lernen mit etwas angenehmen verbindet.
Sie sollten aus diesem Grund jede Übung mit einem „Erfolg“ abschließen. Wird zum Ende hin eine Übung nicht korrekt ausgeführt, vielleicht weil sie schon zu lange geübt haben, so schließen Sie immer mit einer Übung ab, welche Ihr Hund ganz bestimmt beherrscht, damit Sie immer die Übungen mit einem Erfolg abgeschlossen haben. Wenn Sie eine Übung abbrechen, so wird hat dem Hund negativ in Erinnerung bleiben und bei der nächsten Übungsstunde wird er sich daran erinnern.

Die Geschlechtsorgane des Hundes

Sexorgan Hund

Foto von Harald Groven

Bei beiden Geschlechtern sind die Organe nach demselben Grundplan angelegt und umfassen die Keimdrüsen oder Gonaden, die die Fortpflanzungszellen produzieren, die keimleitenden Wege, die die Weitergabe gewährleisten, und schließlich die Begattungsorgane, die auch Gameten genannt werden.

Die Geschlechtsorgane der Hündin

Die Keimdrüsen sind die beiden kleinen, abgeflachten und etwas unterhalb bzw. hinter den Nieren liegenden Eierstöcke.
Die Hündin wird im Alter von 4 bis 6 Monaten geschlechtsreif; die Funktion ihrer Eierstöcke ist diskontinuierlich: Es gibt im Jahr zwei Perioden in Abständen von 6 Monaten.
Die Hitze, auch Östrus genannt, in der sie gedeckt werden kann, dauert zwei bis drei Wochen; die Ovulation (Produktion der Eizellen) tritt nach dem ersten Drittel der Hitze ein.
Nach der Eiablage gelangt die von einer Hülle umgebene Eizelle in die Gebärmuttertube, wo die Befruchtung durch ein Spermium stattfindet.
Jede Tube mündet in ein Gebärmutterhorn; die beiden Hörner vereinen sich und bilden den Gebärmutterkörper.
Die sehr lange Vagina hat in der Vulva ihren Ausgang. Das befruchtete Ei, das aus der Vereinigung einer Eizelle mit einem Spermium entstanden ist, gelangt erst nach zwei Wochen in die Gebärmutterwand. In dieser Zeit kann man die Trächtigkeit, die etwa 63 Tage dauert, noch unterbrechen.

Bei jedem Wurf gibt es vier bis zehn Welpen. Nach dem Werfen durchtrennt die Hündin mit ihren Zähnen jeweils die Nabelschnur.
Bei der Geburt haben die Welpen die Augen noch geschlossen. Sie saugen an den vier oder fünf Paar Zitzen ihrer Mutter, die in zwei parallelen Reihen von der Brust bis zu den Leisten ausgebildet sind.

Die Geschlechtsorgane des Rüden

Sie umfassen die beiden Hoden in Kugelform, die in einem Scrotum genannten Sack enthalten sind.
Dieser befindet sich unter dem Anus zwischen den Schenkeln.
Die Hoden erzeugen die männlichen Gameten oder Spermien. Auf dem Hoden sitzt der Nebenhoden, der sich im Samenleiter fortsetzt.
Die beiden Samenleiter münden in die Harnröhre.
Die Prostata oder Vorsteherdrüse erzeugt eine Flüssigkeit, in der die Spermien weitertransportiert werden.

Der Hund hat weder eine Samenblase noch eine Cowpersche Drüse.
Durch Blutansammlung im Gewebe, das die Harnröhre im Penis umgibt, kommt es bei der Paarung zu einer Verdickung des Schwellkörpers. Außerdem ist der Penis mit einem tropfenförmigen Knochen versehen, der die Harnröhre stützt.

Die Atmungsorgane des Hundes

Atmungsorgane des Hundes

Foto von Müller, Georg Alfred

Die Luft gelangt in den Körper durch die Nasenlöcher, die vom Nasenspiegel umgeben sind.
Der Nasenspiegel wird von Knorpeln gestützt.
Die weite Nasenhöhle ist in eine rechte und eine linke Hälfte unterteilt und von der Mundhöhle durch den Gaumen getrennt.

Der Geruchssinn wird von der Riechschleimhaut getragen, die Nasen- und Siebbeinmuscheln überzieht.

Der Hund hat einen besonders feinen Geruchssinn; seine Riechfeldfläche ist sehr viel größer als die des Menschen (5 cm² beim Menschen gegenüber bis zu 170 cm² beim Hund).

Die Luft passiert dann den Rachen und kommt in den Kehlkopf, der der Luftröhre vorgelagert ist.
Im Kehlkopf sind die Stimmbänder, deren Schwingungen das Bellen erzeugen; dies wird durch den Rachen und die Nasenhöhle verstärkt, die als Resonanzkörper dienen.
Die Luft wird durch die Luftröhre in die Lungenflügel geführt, die durch Knorpelringe offengehalten wird und die sich in zwei Bronchien teilt.
In der Lunge spalten sich diese in Luftröhrenästchen, feiner werdende Röhrchen, die in kleinen Taschen, den Lungenbläschen, enden; hier findet der Gasaustausch statt.
Das Blut gibt das Kohlendioxid ab und reichert sich mit Sauerstoff an.
Die Lunge des Hundes ist relativ umfangreich (1 % des Körpergewichts), für ein Lauftier eine wesentliche Voraussetzung.
Ihre normale Farbe ist rosa, aber sie wird grau bei Hunden, die in der Stadt leben. Sie ist von einem Brustfell genannten Sack umgeben, der dem Brustkorb innen anliegt und die Verschiebung der Lunge beim Atmen ermöglicht.

Die Verdauung des Hundes

Verdauung Hund

Foto von SteinsplitterBot

Der Verdauungsapparat wird von den Organen, welche die Nahrung aufnehmen und durch mechanische und chmische Vorgänge in einfache Substanzen verwandeln, gebildet.
Diese Substanzen können dann vom Organismus aufgenommen und verwertet werden.

Der Hund als fleischfressendes Säugetier greift seine Beute mit dem Fang. Das Fleisch wird dann durch die Bewegung des Unterkiefers gekaut.

Die Zähne haben verschiedene Funktionen:

Die Praemolaren und Reißzähne zerstückeln das Fleisch, während die Molaren die Nahrung zermahlen.
Die Schneidezähne, die Hakenzähne und die Praemolaren, welche das Gebiß des jungen Hundes (32 Milchzähne) bilden, werden mit 5 bis 7 Monaten durch das endgültige Gebiß mit 42 Zähnen ersetzt.
Alle Zähne nützen sich mit dem Alter ab.
Durch eine Untersuchung der Schneide- und Hakenzähne läßt sich das Alter des Hundes annähernd feststellen, obwohl die Ernährung der Haustiere und damit die Abnutzung ihrer Zähne beträchtlich variiert.

Der Speichel, von dem täglich 100-400 cm³ von mehreren Drüsen abgesondert werden, dient vor allem dazu, das Schlucken zu erleichtern.
Die lange, breite, dünne und sehr bewegliche Zunge erleichtert ebenfalls den Transport der Nahrung.
Mit ihr kann der Hund auch Flüssigkeiten aufnehmen und den Geschmack des Futters wahrnehmen, denn auf ihr sitzen die Geschmacksknospen.

Die Nahrung wird geschluckt und gleitet durch die Speiseröhre.
Sie wird oberhalb der Luftröhre und des Herzens, dann zwischen den Lungen und durch das Zwerchfell in den Magen transportiert.

Der Magen ist ein Muskelsack mit einem Fassungsvermögen von 1-9 Litern je nach Rasse.
Die Innenseite der Magenwände ist mit Drüsen bedeckt, die den Magensaft absondern; zusammen mit den Muskeln verwandelt dieser Saft die aufgenommene Nahrung in eine flüssige und weißliche Masse, Chymus (Magenbrei) genannt, die an den Dünndarm weitergegeben wird.

Der Darm umfaßt zwei Abschnitte: den 1,80 – 4,80 m langen Dünndarm, der einen verhältnismäßig großen Durchmesser hat, und den Dickdarm, in dem die Verdauung abgeschlossen wird.
Die unverdaulichen Bestandteile der Nahrung werden an den Mastdarm weitergegeben und als Kot ausgeschieden.

Das Skelett des Hundes

Skelett Hund

Foto von Sklmsta

Das Skelett ist das von den Muskeln bewegte, gelenkige Knochengerüst, das die Weichteile stützt und auch das Zentralnervensystem schützt.

Die Knochen sind lebendige Organe, deren Form, Struktur und Zusammensetzung sich das ganze Leben hindurch verändern.
Sie haben die Aufgabe, Mineralstoffe zu speichern und Blut zu bilden.
Das Axialskelett besteht aus Schädel und Wirbelsäule; die Gliedmaßen nennt man Ansatzskelett.

Die Knochen gehören vier Kategorien an:

– den langen Knochen (die der Gliedmaßen wie das Oberarmbein oder der Oberschenkelknochen)

– den flachen Knochen (Schulterblätter, bestimmte Schädelknochen)

– den kurzen Knochen (Wirbel) und schließlich

– den Sesambeinen, die meist verknöcherte Sehnenteile an den Gliedmaßen sind.

Die Wirbelsäule des Hundes setzt sich aus 7 Halswirbeln, 13 Brustwirbeln, 7 Lendenwirbeln, 3 Kreuzwirbeln, die nach der Geburt zum Kreuzbein verwachsen, und 20-23 Schwanzwirbeln zusammen.

Die Rippen sind mit den Brustwirbeln verbunden und schließen am unteren Ende an das Brustbein an.
Das Kopfskelett besteht aus zwei Knochenkomplexen: aus den Hirnschädelknochen, die das Gehirn umhüllen, und aus den Angesichtsknochen um Mund- und Nasenhöhle, deren Größe je nach Rasse stark variiert.
Die Gliedmaßen sind mit dem Axialskelett durch Gürtel verbunden. Der Schultergürtel wird auf beiden Seiten des Körpers nur durch jeweils ein Schulterblatt gebildet, denn der Hund, wie auch andere schnell laufende Tiere, hat kein Schlüsselbein.
Der Beckengürtel befestigt die Hintergliedmaßen am Rumpf und ist über die Kreuzwirbel mit der Wirbelsäule verbunden.
An der Vordergliedmaße wird der Arm vom Oberarmbein, der Unterarm von Elle und Speiche gestützt; die Hand wird aus der Handwurzel, der Mittelhand und fünf Fingern gebildet; die Finger haben je drei Glieder mit Ausnahme des Daumens, der nur zwei hat.
Die Beckengliedmaße umfaßt den Oberschenkel, gestützt vom Oberschenkelbein, den Unterschenkel mit dem Schienbein und dem Wadenbein und schließlich den Fuß, der aus der Fußwurzel, den vier Mittelfußknochen und vier Zehen mit je drei Gliedern gebildet wird.
Der Hund ist ein Zehengänger: Er tritt mit allen drei Zehengliedern, die durch Hand- bzw. Fußballen geschützt sind, auf. Beim Laufen werden die Gelenke abwechselnd gestreckt und gebeugt.
In der Ruhestellung bilden die verschiedenen Teile der Gliedmaßen nicht eine gerade Linie, sondern sind gewinkelt. Je steiler die Winkelung der Gelenke, desto höher die Laufgeschwindigkeit, die der Hund erreichen kann.

Das Nervensystem des Hundes

Nervensystem Hund

Foto von Sean Madden

Das Nervensystem hat die Aufgabe, Veränderungen innerhalb und außerhalb des Organismus zu registrieren und darauf entsprechend zu reagieren.
Es stellt also die Beziehung zwischen dem Hund und seiner Umwelt her und koordiniert die Funktion seiner Organe (Beziehungsleben und vegetatives Leben).

Zum Nervensystem gehören das Zentralnervensystem, das periphere Nervensystem (Nerven) und das unwillkürliche oder autonome (sympathische und parasympathische) Nervensystem.

Das Zentralnervensystem wird vom Gehirn und vom Rückenmark gebildet. Das Gehirn setzt sich aus dem Rautenhirn, dem Mittelhirn, dem Zwischenhirn und dem Endhirn, dem eigentlichen Gehirn, zusammen.

Das Rückenmark, von dem die Rückenmarksnerven und die sensiblen und motorischen Nerven ausgehen, befindet sich in der Wirbelsäule.
Das Zwischenhirn ist für das Leben unerläßlich. Hier befinden sich die Befehls- und Regulationszentren von Atmung, Herzschlag, Verdauung, Fortpflanzung und Wärmeausgleich.
Das Rautenhirn wirkt auf das Gleichgewicht, die Haltung und die Motorik, indem es die Muskelkontraktionen zeitlich und räumlich koordiniert.
Das Großhirn setzt sich aus zwei Hälften zusammen, deren Oberfläche mit Windungen versehen ist. Hier befinden sich das bewußte Empfindungsvermögen und die willkürliche Motorik.
Das gesamte Zentralnervensystem umgeben drei Schutz- und Ernährungshüllen, die Hirnhäute: außen die harte Hirnhaut, dann die Spinnwebehaut und innen die weiche Hirnhaut.
Die Gehirnrückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) füllt die Spinnwebehautspalträume und die Hohlräume des Zentralnervensystems ganz aus. Das autonome Nervensystem regelt das vegetative Leben; es ist sowohl auf kurzfristige Hochleistung (Sympathicus) als auch auf Erholungsphasen (Parasympathicus) eingestellt.

Das Kreislaufsystem des Hundes

Lymphgefässystem des Hundes

Foto von Hermann Baum

Zum Kreislaufsystem gehören das Herz, die Blutgefäße (Arterien und Venen) sowie die Lymphbahnen und Lymphknoten.

Das Herz, eine Pumpe, die für den Blutkreislauf sorgt, ist annähernd kugelförmig.
Beim Hund als Bewegungstier wie auch beim Pferd ist dieses Organ relativ groß. Es wiegt 10 g bei kleinrassigen Hunden und bis zu 500 g bei den größten, was 0,7-0,8 % des Gesamtkörpergewichts entspricht.
Wie bei den anderen Säugetieren ist das Herz in zwei Hälften und vier Kammern unterteilt (zwei Vorhöfe und zwei Kammern), die nur senkrecht miteinander verbunden sind.
Sie gewährleisten einen doppelten Kreislauf: den allgemeinen Kreislauf im gesamten Organismus und den kleinen Kreislauf zur Lunge.
Die Schlagadern des kleinen Kreislaufs umfassen ein einziges Gefäß, den Lungenschlagaderstamm, der von der rechten Herzhälfte ausgeht und sich in zwei Lungenschlagadern spaltet; in diesen fließt kohlenstoffreiches Blut. Die Schlagadern des großen Kreislaufs gehen alle von der Aorta ab, die von der linken Herzkammer ausgeht.
Die Venen des kleinen Kreislaufs, die Lungenvenen genannt werden, führen das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut zum linken Vorhof zurück.
Die Venen des großen Kreislaufs münden in die beiden Hohlvenen, die das kohlendioxidreiche Blut zum rechten Vorhof führen.

Das Lymphsystem, das die Abwehr des Organismus gegen Infektionen gewährleistet, umfaßt die Lymphbahnen, die mit den Lymphknoten verbunden sind.
Die Lymphe, welche die Zwischenzellräume entwässert, enthält Leukozyten, die Krankheitserreger zerstören und Antikörper aufbauen.

Die Stimme in der Hundeerziehung richtig einsetzen

Foto von Tim Dawson

Foto von Tim Dawson

Warum reagiert ein Hund nur auf das „Komm“, ein anderer ausschließlich auf „Hier“? Ganz einfach: Weil das pure Wort für ihn keinerlei Bedeutung hat. Wer das berücksichtigt, verspürt eine viel leichtere Erziehung mit dem eigenen Hund.

Auf die Betonung reagieren die Hunde
Sie müssen sich davon lösen, dass ihr Hund die Worte versteht, die sie benutzen, denn das tut er nämlich nicht. Wenn wir es oft genug und eindeutig anwenden, dann kann ihr Hund hervorragend Vokabeln mit einer Handlung, ein Objekt oder eine Person mit dem jeweiligen Wort verknüpfen. Sie wissen zwar nicht, was „Sitz“ bedeutet, lernen aber sich zu setzen, wenn wir „Sitz“ sagen. Er hat keine Ahnung, was wir von ihm verlangen, wenn wir unseren Hund mit einem „Setz dich hin!“ kontfrontieren, noch dazu in einer anderer Betonung. Ihr Hund versteht es buchstäblich nicht mehr, wenn wir gar in ganzen Sätzen sprechen. Denn es ist das Klangbild, das sich dem Hund einprägt, etwa hart ausgestoßene Zischlaute oder langgezogene Vokale.

Die richtigen Klangbilder für die Hundeerziehung verwenden
Ganz gezielt nutzen Hundetrainer sogenannte Klangbilder. Sie sagen nicht „Sitz“, stattdessen stoßen sie ein kurzes hartes „Sitztztztz“ aus, nicht gesungen, sondern auf ein- und demselben Ton. Ähnlich klingen „Platztztztz“ und das „Bei Fussssssss!“, das in den Wiederholungen dann nur noch „Fussss!“ heißt. Dank ihrer guten Kombinationsgabe lernen Hunde, dass bei Befehlen mit Zischlauten eine sofortige Reaktion erwünscht ist und sie sich vollkommen auf den Menschen konzentrieren werden.

Doch wer ist schon durchgängig so konsequent wie ein professioneller Trainer? Denn unsere Stimme passt sich meistens automatisch an unsere Laune an. Wenn wir uns ärgern, vergessen wir das alltäglich ruhig ausgesprochene „Bei Fussss!“ und verwirren somit unseren Hund, der zudem noch den Leinenruck spürt, durch „wirres Gestammel“ wie „Nein, lass das, hierher, komm jetzt“, oder für die Ohren von Hunden noch unverständlicher, indem wir grummelnd seinen Namen rufen.

Kommst du endlich, oder nicht?
Ganz ähnlich ist es mit dem „Hier“, was langgezogen und melodisch dem Hund einen gesprochenen „Pfiff“ signalisieren soll. Also nicht „Hier“, „Hierher“ oder „Komm“, rufen, sondern immer laut, deutlich und langgezogen „Hiiiiier!“, verbunden mit einem lockenden Namensruf und ganz wichtig, wenn Ihr Hund das „Hiiiiier“ auch befolgt, ihn mit einem „Braaaav“ als Willkommensdankeschön zusprechen.

Typische Fehler beim Rufen des Hundes
Die meisten menschlichen Fehler passieren unabsichtlich ferade beim Heranrufen.  Denn durch welchen Grund sollte ein Hund freudig auf uns zurennen, der unwirsch angepflaumt wird, etwa wie mit „Bello, komm sofort her!“? An der Betonung hört er ja schon unseren Ärger. Durch ein zorniges „Na endlich“ oder „Schneller ging’s wohl nicht“, zudem verbunden mit einer drohenden Handbewegung bestätigt oft genug seine Vorahnung zum Ärger. Probieren Sie es mal aus.Ganz schnell und auf Dauer, wenn er nach seiner Ankunft aufs herzlichste begrüßt wird, lernt auch der dickköpfigste Hund lernt ein verheißungsvolles langes „Hiiiier“, im Zusammenhang mit seinem aufmunternd ausgesprochenen Namen. Wenigstens in Ihrer Stimme können Sie sich zu einem Lob zwingen und versuchen ihren Ärger und Ungeduld zu unterdrücken.