Dienstag , 17 Oktober 2017
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Monatliches Archiv: August 2016

Hund & Recht

Aggressive Hunde an die Leine:

Ein Hundehalter, der drei ausgewachsene Schäferhunde ausführte, diese nicht angeleint und auch keine Leinen bei sich führt, um im Notfall die Hunde anleinen zu können, handelt fahrlässig.
Wird in einer solchen Situation ein Jogger von einem dieser drei Tiere angefallen oder verletzt, so macht sich der Hundehalter einer fahrlässigen Körperverletzung schuldig.
Erst recht gilt dies dann, wenn dem Hundehalter die Aggressivität eines seiner Tiere bekannt war und gerade auch dieses Tier unvermittelt und plötzlich den Jogger angegriffen hat.

Flucht vor einem Hund

Ein Kind, das aus Angst vor einem Hund wegläuft, eine Fahrbahn überquert und hierdurch von einem Pkw verletzt wird, hat gegen den Hundehalter einen Anspruch auf Schadenersatz, da zwischen dem Verhalten des Hundes und dem Unfallereignis ein zurechenbarer Zusammenhang besteht.
Dieser erfoderliche, ursächliche Zusammenhang ist nämlich auch dann gegeben, wenn ein Mensch durch das Verhalten eines Tieres in Angst und Schrecken versetzt und infolgedessen bei einer Fluchtreaktion verletzt wird.
Allerdings wurde dem Kind ein Mitverschulden angelastet, da es blindlings auf die Straße gelaufen ist und sich dadurch leichtfertig in die Gefahr des Straßenverkehrs begeben hat.

Keine Anleinpflicht bei gehorsamem Hund

Hunde dürfen in einem Jagdbezirk nicht ohne Aufsicht frei laufen gelassen werde.
Dies schreiben die jeweiligen Landesjagdgesetze zum Schutz des Wildbestandes vor. Dabei bedeutet „Aufsicht“ nicht aber gleich „angeleint“.
Ein Verstoß gegen die gesetzliche Vorschrift liegt so erst dann vor, wenn sich der Hund im Jagdbezirk außerhalb der Sicht- oder Rufweite des Hundeführes aufhält oder der Hundeführer nicht die tatsächliche Möglichkeit hat, durch gezielte Kommandos oder andere Handlungen eine Kontrolle über sein Tier auszuüben.
Damit kann ein Hund auch unter Kontrolle sein, wenn er nicht amgeleint ist.
Der Einspruch eines Hundehalters gegen ein ausgesprochenens Bußgeld der Kreisverwaltung hatte somit Erfolg.

Kupierverbot für Hundeohren

Das Kupieren der Ohren eines Dobermanns fügt dem Tier langanhaltende Schmerzen zu, die nicht auf einem vernünftigen Grund beruhen.
Die Maßnahme ist deshalb tierschutzwidrig und strafbar. Dies gilt auch dann, wenn der Eingriff an den Ohren nicht in Deutschland, sondern im Ausland vorgenommen wurde, wo dies erlaubt ist.
Denn wer seinen Hund nur deshalb kurzfristig ins Ausland bringt, um dort die Ohren kupieren zu lassen, macht sich strafbar, weil er der Hund die Schmerzen nicht nur unmittelbar beim Eingriff hat.
Diese Schmerzen dauern vielmehr noch mehrere Wochen während der Nachbehandlung (ca. 2-4 Wochen) an. Ein vernüftiger Grund für das Kopieren der Ohren liegt im Sinne des Tierschutzgesetzes nicht vor.

Tiere sind Teil der Lebensgestaltung

Geht es um die Tierhaltung in der Mietwohnung, so liegen teilweise völlig unterschiedliche Urteile vor.
Offenbar spielt es eine Rolle ob der fragliche Richter selbst Tierhalter ist oder nicht. Das Amtsgericht Köln hat nunmehr ein weiteres tierfreundliches Urteil gefällt und festgestellt, dass ein Wohnungsmieter grundsätzlich berechtigt ist, in der Wohnung einen Hund zu halten.
Die Klausel im Mietvertrag „Tierhaltung bedarf grundsätzlich der Genehmigung des Vermieters“ ist unwirksam. Hier ist das Gericht der Auffassung, daß die Tierhaltung als Inhalt normalen Wohnens angesehen werden muß und dass damit die Hundehaltung keinen vertragswidrigen Gebrauch der Wohnung beinhaltet.
Denn das Bewohnen umfaßt alles, was zur Benutzung der bewohnten Räume als existiellen Lebensmittelpunkt gehört. Also die gesamte Lebensführung des Mieters mit all ihren Ausgestaltungen und Bedürfnissen.
Die üblichen Haustiere dürfen damit gehalten werden. Eine generelle Verbotsklausel, die alle Heimtiere von einer Genehmigung des Vermieters abhängig macht ist unwirksam.

Zwangshaft für Hundehalter

Eine Gemeinde ordnete für ihr Hoheitsgebiet an, dass Hunde dort nur an der Leine geführt werden dürfen.
Ein Hundehalter weigert sich beharrlich, diese Auflage zu erfüllen und ließ auch weiterhin seinen Hund frei Lauf.
Daraufhin setzte die Gemeinde gegen den Hundehalter ein Zwangsgeld in Höhe von DM 2.000 fest und glaubte, den Hundefreund auf diese Weise an die Satzungsauflage binden zu können.
Aber auch dies beeindruckte den Hundehalter nicht, was wiederum die Gemeinde dazu veranlaßte, vier Tage Ersatzzwangshaft gegen ihn anzuordnen.
Die hielt der Hundehalter für völlig überzogen und zog gegen diese Anordnung vor das Gericht. Hier bestätigte man aber die Ersatzzwangshaft gegen den Hundehalter. Denn wenn der Hundehalter allen gemeindlichen Anordnungen zuwider handelt und sich auch sonst nicht belehren läßt, kommt nur die Ersatzzwangshaft in Frage, damit der Hundehalter dann genügend Zeit hat, um über sein Verhalten nachzudenken.

Die Grundausstattung für einen Hund

Ein Hundebesitzer ist nicht derjenige, welcher sich ein Hund kauft, sondern der, welcher das Zusammenleben mit seinem Hund erlernt.

Der Name des Hundes:
Der Name soll mit Phantasie ausgewählt werden. Er soll nicht hart wie ein Tadel oder ein Kommando klingen. Geiegnet sind zweisilbige Worte mit O,U oder A, wie z.B. Bosco oder Donna.

Die Dinge, welche der Hund unbedingt benötigt sind folgende:

1. Das Lager
Der Hund muss einen Platz besitzen, der für ihn immer reservieret bleibt z.B. einen Korb oder eine Höhle.
Das Lager sollte vor Kälte schützen und so gebaut sein, dass der meist zusammengerollt schlafende Hund auch ausgestreckt seinen Platz in Besitz nehmen kann.

2. Die Decke
Da sich Flöhe in die Decke einnisten können, sollte diese waschbar und leicht zu desinfizieren sein. Es kommt nur eine Spezialdecke in Frage, die wärmt, trocknet und weich ist.

3. Die Schüsseln
Für das frische Wasser muss immer eine Schüssel bereitstehen und die andere ist für die Mahlzeiten reserviert. Wichtig dabei ist, dass die Schüsseln schwer sind, damit der Hund mit diesen nicht herumspielen kann. Sie sollten gut zu reinigen – und rutschfest sein. Am besten verwendet man Schüsseln aus Edelstahl.

4. Das Halsband
Im Hundeleben hat das Halsband zwei Aufgaben:
– den Hund sicher daran festhalten zu können – entweder durch die Leine oder mit der Hand.
– es muss der Rasse und der Zugkraft des Hundes entsprechend stabil sein.

5. Die Leine
Man mag sich die Frage stellen, ob die Leine kurz oder lang sein soll. Nun die Abroll – Leine, die ca. 5m lang ist, bietet beides.
Allerdings ist der Nachteil der, dass man eine handtaschengroßen Kunststoffkasten mit Griff in der Hand hält. Lässt man ihn fallen, scheppert er mit der Aufrollautomatik auf den Hund zu und er läuft vor Schreck davon.
Wie man sich entscheidet, hängt von der Rasse ab. Der wichtigste Punkt ist der Karabinerhaken, der die Leine halten soll. Davon gibt es drei Typen:

a) Der Simplex-Karabinerhaken ist sicher, jedoch kann nur ein fester Daumendruck ihn von der Leine lösen.
b) Der Zangenhaken kann schnell und leicht geöffnet werden, tut dies aber bei nachlassender Feder auch mal von selbst, deshalb ist dieser Haken nicht völlig sicher.
c) Der Bolzenhaken ist leicht zu öffnen und hält noch immer den Ring des Halsbandes, falls der Verschluss kaputt gehen sollte.

6. Kamm, Striegel und Bürste
Für kurzhaarige Rassen wird dies gebraucht:
– eine Kardätsche mit Naturborsten für das Grobe.
– eine Striegel, um die auskardätschten Haare durch elektrostatische Aufladung zu entfernen.
– ein Fensterleder für den Glanz bei Beendigung der Prozedur.

Für langhaarige Rassen wird dies gebraucht:
– eine normale Haarbürste für den Welpen
– einen feinzinkigen Kamm
– einen großzinkigen Kamm
– eine Drahtbürste mit abgerundeten Ecken
– eine Kardätsche mit kräftigen Naturborsten

Wie lernt mein Hund?

Um bei der Erziehung Ihres Hundes erfolgreich sein zu können müssen Sie zwei „Sprachen“ beherrschen, die auch Ihr Hund „spricht“ bzw. dies lernen wird.

Ihre Stimme:
Benutzen für jedes Kommando immer dieselben Worte. Nicht einmal „Platz“ und ein anderes mal „Leg dich hin“.
Sprechen Sie ruhig und freundlich und schreien Sie Ihren Hund nie an, denn er kann auch die leisesten Laute von Ihnen viel besser hören als Sie selbst.

So kann der Hund das von ihm Verlangte, sobald er es eingeübt hat, auch wieder selbständig ausführen, denn er prägt sich die Kommandos ein und verbindet mit ihnen die Ausführung des Erlernten.
Vermeiden Sie es ihrem Hund lange Sätze zu erzählen wie etwa: „Ich hab doch gesagt dass du Platz machen sollst!“, denn damit kann er nichts anfangen, ihm fehlt die Gabe die einzelnen Worte aufzunehmen und richtig umzusetzen.

Ihre Gestik:
Sie ist für Ihren Hund von großer Bedeutung um die Kommandos zu verstehen.
Für Sie bedeutet das, dass Sie bei jedem Kommando gleichzeitig ein „Sichtzeichen“ und damit eine Hilfestellung geben. So lernt der Hund schneller Ihre Worte zu verstehen und führt die Kommandos irgendwann auch ohne die Sprache aus.
Achten Sie auch darauf, für jedes Kommando ein eigenes Handzeichen zu benutzen.

Wichtige Anmerkung:
Ein Hund lernt am schnellsten, wenn er das Lernen mit etwas angenehmen verbindet.
Sie sollten aus diesem Grund jede Übung mit einem „Erfolg“ abschließen. Wird zum Ende hin eine Übung nicht korrekt ausgeführt, vielleicht weil sie schon zu lange geübt haben, so schließen Sie immer mit einer Übung ab, welche Ihr Hund ganz bestimmt beherrscht, damit Sie immer die Übungen mit einem Erfolg abgeschlossen haben. Wenn Sie eine Übung abbrechen, so wird hat dem Hund negativ in Erinnerung bleiben und bei der nächsten Übungsstunde wird er sich daran erinnern.

Die Geschlechtsorgane des Hundes

Sexorgan Hund

Foto von Harald Groven

Bei beiden Geschlechtern sind die Organe nach demselben Grundplan angelegt und umfassen die Keimdrüsen oder Gonaden, die die Fortpflanzungszellen produzieren, die keimleitenden Wege, die die Weitergabe gewährleisten, und schließlich die Begattungsorgane, die auch Gameten genannt werden.

Die Geschlechtsorgane der Hündin

Die Keimdrüsen sind die beiden kleinen, abgeflachten und etwas unterhalb bzw. hinter den Nieren liegenden Eierstöcke.
Die Hündin wird im Alter von 4 bis 6 Monaten geschlechtsreif; die Funktion ihrer Eierstöcke ist diskontinuierlich: Es gibt im Jahr zwei Perioden in Abständen von 6 Monaten.
Die Hitze, auch Östrus genannt, in der sie gedeckt werden kann, dauert zwei bis drei Wochen; die Ovulation (Produktion der Eizellen) tritt nach dem ersten Drittel der Hitze ein.
Nach der Eiablage gelangt die von einer Hülle umgebene Eizelle in die Gebärmuttertube, wo die Befruchtung durch ein Spermium stattfindet.
Jede Tube mündet in ein Gebärmutterhorn; die beiden Hörner vereinen sich und bilden den Gebärmutterkörper.
Die sehr lange Vagina hat in der Vulva ihren Ausgang. Das befruchtete Ei, das aus der Vereinigung einer Eizelle mit einem Spermium entstanden ist, gelangt erst nach zwei Wochen in die Gebärmutterwand. In dieser Zeit kann man die Trächtigkeit, die etwa 63 Tage dauert, noch unterbrechen.

Bei jedem Wurf gibt es vier bis zehn Welpen. Nach dem Werfen durchtrennt die Hündin mit ihren Zähnen jeweils die Nabelschnur.
Bei der Geburt haben die Welpen die Augen noch geschlossen. Sie saugen an den vier oder fünf Paar Zitzen ihrer Mutter, die in zwei parallelen Reihen von der Brust bis zu den Leisten ausgebildet sind.

Die Geschlechtsorgane des Rüden

Sie umfassen die beiden Hoden in Kugelform, die in einem Scrotum genannten Sack enthalten sind.
Dieser befindet sich unter dem Anus zwischen den Schenkeln.
Die Hoden erzeugen die männlichen Gameten oder Spermien. Auf dem Hoden sitzt der Nebenhoden, der sich im Samenleiter fortsetzt.
Die beiden Samenleiter münden in die Harnröhre.
Die Prostata oder Vorsteherdrüse erzeugt eine Flüssigkeit, in der die Spermien weitertransportiert werden.

Der Hund hat weder eine Samenblase noch eine Cowpersche Drüse.
Durch Blutansammlung im Gewebe, das die Harnröhre im Penis umgibt, kommt es bei der Paarung zu einer Verdickung des Schwellkörpers. Außerdem ist der Penis mit einem tropfenförmigen Knochen versehen, der die Harnröhre stützt.

Die Atmungsorgane des Hundes

Atmungsorgane des Hundes

Foto von Müller, Georg Alfred

Die Luft gelangt in den Körper durch die Nasenlöcher, die vom Nasenspiegel umgeben sind.
Der Nasenspiegel wird von Knorpeln gestützt.
Die weite Nasenhöhle ist in eine rechte und eine linke Hälfte unterteilt und von der Mundhöhle durch den Gaumen getrennt.

Der Geruchssinn wird von der Riechschleimhaut getragen, die Nasen- und Siebbeinmuscheln überzieht.

Der Hund hat einen besonders feinen Geruchssinn; seine Riechfeldfläche ist sehr viel größer als die des Menschen (5 cm² beim Menschen gegenüber bis zu 170 cm² beim Hund).

Die Luft passiert dann den Rachen und kommt in den Kehlkopf, der der Luftröhre vorgelagert ist.
Im Kehlkopf sind die Stimmbänder, deren Schwingungen das Bellen erzeugen; dies wird durch den Rachen und die Nasenhöhle verstärkt, die als Resonanzkörper dienen.
Die Luft wird durch die Luftröhre in die Lungenflügel geführt, die durch Knorpelringe offengehalten wird und die sich in zwei Bronchien teilt.
In der Lunge spalten sich diese in Luftröhrenästchen, feiner werdende Röhrchen, die in kleinen Taschen, den Lungenbläschen, enden; hier findet der Gasaustausch statt.
Das Blut gibt das Kohlendioxid ab und reichert sich mit Sauerstoff an.
Die Lunge des Hundes ist relativ umfangreich (1 % des Körpergewichts), für ein Lauftier eine wesentliche Voraussetzung.
Ihre normale Farbe ist rosa, aber sie wird grau bei Hunden, die in der Stadt leben. Sie ist von einem Brustfell genannten Sack umgeben, der dem Brustkorb innen anliegt und die Verschiebung der Lunge beim Atmen ermöglicht.