Donnerstag , 21 September 2017
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Monatliches Archiv: Juli 2016

Die Verdauung des Hundes

Verdauung Hund

Foto von SteinsplitterBot

Der Verdauungsapparat wird von den Organen, welche die Nahrung aufnehmen und durch mechanische und chmische Vorgänge in einfache Substanzen verwandeln, gebildet.
Diese Substanzen können dann vom Organismus aufgenommen und verwertet werden.

Der Hund als fleischfressendes Säugetier greift seine Beute mit dem Fang. Das Fleisch wird dann durch die Bewegung des Unterkiefers gekaut.

Die Zähne haben verschiedene Funktionen:

Die Praemolaren und Reißzähne zerstückeln das Fleisch, während die Molaren die Nahrung zermahlen.
Die Schneidezähne, die Hakenzähne und die Praemolaren, welche das Gebiß des jungen Hundes (32 Milchzähne) bilden, werden mit 5 bis 7 Monaten durch das endgültige Gebiß mit 42 Zähnen ersetzt.
Alle Zähne nützen sich mit dem Alter ab.
Durch eine Untersuchung der Schneide- und Hakenzähne läßt sich das Alter des Hundes annähernd feststellen, obwohl die Ernährung der Haustiere und damit die Abnutzung ihrer Zähne beträchtlich variiert.

Der Speichel, von dem täglich 100-400 cm³ von mehreren Drüsen abgesondert werden, dient vor allem dazu, das Schlucken zu erleichtern.
Die lange, breite, dünne und sehr bewegliche Zunge erleichtert ebenfalls den Transport der Nahrung.
Mit ihr kann der Hund auch Flüssigkeiten aufnehmen und den Geschmack des Futters wahrnehmen, denn auf ihr sitzen die Geschmacksknospen.

Die Nahrung wird geschluckt und gleitet durch die Speiseröhre.
Sie wird oberhalb der Luftröhre und des Herzens, dann zwischen den Lungen und durch das Zwerchfell in den Magen transportiert.

Der Magen ist ein Muskelsack mit einem Fassungsvermögen von 1-9 Litern je nach Rasse.
Die Innenseite der Magenwände ist mit Drüsen bedeckt, die den Magensaft absondern; zusammen mit den Muskeln verwandelt dieser Saft die aufgenommene Nahrung in eine flüssige und weißliche Masse, Chymus (Magenbrei) genannt, die an den Dünndarm weitergegeben wird.

Der Darm umfaßt zwei Abschnitte: den 1,80 – 4,80 m langen Dünndarm, der einen verhältnismäßig großen Durchmesser hat, und den Dickdarm, in dem die Verdauung abgeschlossen wird.
Die unverdaulichen Bestandteile der Nahrung werden an den Mastdarm weitergegeben und als Kot ausgeschieden.

Das Skelett des Hundes

Skelett Hund

Foto von Sklmsta

Das Skelett ist das von den Muskeln bewegte, gelenkige Knochengerüst, das die Weichteile stützt und auch das Zentralnervensystem schützt.

Die Knochen sind lebendige Organe, deren Form, Struktur und Zusammensetzung sich das ganze Leben hindurch verändern.
Sie haben die Aufgabe, Mineralstoffe zu speichern und Blut zu bilden.
Das Axialskelett besteht aus Schädel und Wirbelsäule; die Gliedmaßen nennt man Ansatzskelett.

Die Knochen gehören vier Kategorien an:

– den langen Knochen (die der Gliedmaßen wie das Oberarmbein oder der Oberschenkelknochen)

– den flachen Knochen (Schulterblätter, bestimmte Schädelknochen)

– den kurzen Knochen (Wirbel) und schließlich

– den Sesambeinen, die meist verknöcherte Sehnenteile an den Gliedmaßen sind.

Die Wirbelsäule des Hundes setzt sich aus 7 Halswirbeln, 13 Brustwirbeln, 7 Lendenwirbeln, 3 Kreuzwirbeln, die nach der Geburt zum Kreuzbein verwachsen, und 20-23 Schwanzwirbeln zusammen.

Die Rippen sind mit den Brustwirbeln verbunden und schließen am unteren Ende an das Brustbein an.
Das Kopfskelett besteht aus zwei Knochenkomplexen: aus den Hirnschädelknochen, die das Gehirn umhüllen, und aus den Angesichtsknochen um Mund- und Nasenhöhle, deren Größe je nach Rasse stark variiert.
Die Gliedmaßen sind mit dem Axialskelett durch Gürtel verbunden. Der Schultergürtel wird auf beiden Seiten des Körpers nur durch jeweils ein Schulterblatt gebildet, denn der Hund, wie auch andere schnell laufende Tiere, hat kein Schlüsselbein.
Der Beckengürtel befestigt die Hintergliedmaßen am Rumpf und ist über die Kreuzwirbel mit der Wirbelsäule verbunden.
An der Vordergliedmaße wird der Arm vom Oberarmbein, der Unterarm von Elle und Speiche gestützt; die Hand wird aus der Handwurzel, der Mittelhand und fünf Fingern gebildet; die Finger haben je drei Glieder mit Ausnahme des Daumens, der nur zwei hat.
Die Beckengliedmaße umfaßt den Oberschenkel, gestützt vom Oberschenkelbein, den Unterschenkel mit dem Schienbein und dem Wadenbein und schließlich den Fuß, der aus der Fußwurzel, den vier Mittelfußknochen und vier Zehen mit je drei Gliedern gebildet wird.
Der Hund ist ein Zehengänger: Er tritt mit allen drei Zehengliedern, die durch Hand- bzw. Fußballen geschützt sind, auf. Beim Laufen werden die Gelenke abwechselnd gestreckt und gebeugt.
In der Ruhestellung bilden die verschiedenen Teile der Gliedmaßen nicht eine gerade Linie, sondern sind gewinkelt. Je steiler die Winkelung der Gelenke, desto höher die Laufgeschwindigkeit, die der Hund erreichen kann.

Das Nervensystem des Hundes

Nervensystem Hund

Foto von Sean Madden

Das Nervensystem hat die Aufgabe, Veränderungen innerhalb und außerhalb des Organismus zu registrieren und darauf entsprechend zu reagieren.
Es stellt also die Beziehung zwischen dem Hund und seiner Umwelt her und koordiniert die Funktion seiner Organe (Beziehungsleben und vegetatives Leben).

Zum Nervensystem gehören das Zentralnervensystem, das periphere Nervensystem (Nerven) und das unwillkürliche oder autonome (sympathische und parasympathische) Nervensystem.

Das Zentralnervensystem wird vom Gehirn und vom Rückenmark gebildet. Das Gehirn setzt sich aus dem Rautenhirn, dem Mittelhirn, dem Zwischenhirn und dem Endhirn, dem eigentlichen Gehirn, zusammen.

Das Rückenmark, von dem die Rückenmarksnerven und die sensiblen und motorischen Nerven ausgehen, befindet sich in der Wirbelsäule.
Das Zwischenhirn ist für das Leben unerläßlich. Hier befinden sich die Befehls- und Regulationszentren von Atmung, Herzschlag, Verdauung, Fortpflanzung und Wärmeausgleich.
Das Rautenhirn wirkt auf das Gleichgewicht, die Haltung und die Motorik, indem es die Muskelkontraktionen zeitlich und räumlich koordiniert.
Das Großhirn setzt sich aus zwei Hälften zusammen, deren Oberfläche mit Windungen versehen ist. Hier befinden sich das bewußte Empfindungsvermögen und die willkürliche Motorik.
Das gesamte Zentralnervensystem umgeben drei Schutz- und Ernährungshüllen, die Hirnhäute: außen die harte Hirnhaut, dann die Spinnwebehaut und innen die weiche Hirnhaut.
Die Gehirnrückenmarksflüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) füllt die Spinnwebehautspalträume und die Hohlräume des Zentralnervensystems ganz aus. Das autonome Nervensystem regelt das vegetative Leben; es ist sowohl auf kurzfristige Hochleistung (Sympathicus) als auch auf Erholungsphasen (Parasympathicus) eingestellt.

Das Kreislaufsystem des Hundes

Lymphgefässystem des Hundes

Foto von Hermann Baum

Zum Kreislaufsystem gehören das Herz, die Blutgefäße (Arterien und Venen) sowie die Lymphbahnen und Lymphknoten.

Das Herz, eine Pumpe, die für den Blutkreislauf sorgt, ist annähernd kugelförmig.
Beim Hund als Bewegungstier wie auch beim Pferd ist dieses Organ relativ groß. Es wiegt 10 g bei kleinrassigen Hunden und bis zu 500 g bei den größten, was 0,7-0,8 % des Gesamtkörpergewichts entspricht.
Wie bei den anderen Säugetieren ist das Herz in zwei Hälften und vier Kammern unterteilt (zwei Vorhöfe und zwei Kammern), die nur senkrecht miteinander verbunden sind.
Sie gewährleisten einen doppelten Kreislauf: den allgemeinen Kreislauf im gesamten Organismus und den kleinen Kreislauf zur Lunge.
Die Schlagadern des kleinen Kreislaufs umfassen ein einziges Gefäß, den Lungenschlagaderstamm, der von der rechten Herzhälfte ausgeht und sich in zwei Lungenschlagadern spaltet; in diesen fließt kohlenstoffreiches Blut. Die Schlagadern des großen Kreislaufs gehen alle von der Aorta ab, die von der linken Herzkammer ausgeht.
Die Venen des kleinen Kreislaufs, die Lungenvenen genannt werden, führen das in der Lunge mit Sauerstoff angereicherte Blut zum linken Vorhof zurück.
Die Venen des großen Kreislaufs münden in die beiden Hohlvenen, die das kohlendioxidreiche Blut zum rechten Vorhof führen.

Das Lymphsystem, das die Abwehr des Organismus gegen Infektionen gewährleistet, umfaßt die Lymphbahnen, die mit den Lymphknoten verbunden sind.
Die Lymphe, welche die Zwischenzellräume entwässert, enthält Leukozyten, die Krankheitserreger zerstören und Antikörper aufbauen.