Samstag , 25 November 2017
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Monatliches Archiv: März 2015

Die Stimme in der Hundeerziehung richtig einsetzen

Foto von Tim Dawson

Foto von Tim Dawson

Warum reagiert ein Hund nur auf das „Komm“, ein anderer ausschließlich auf „Hier“? Ganz einfach: Weil das pure Wort für ihn keinerlei Bedeutung hat. Wer das berücksichtigt, verspürt eine viel leichtere Erziehung mit dem eigenen Hund.

Auf die Betonung reagieren die Hunde
Sie müssen sich davon lösen, dass ihr Hund die Worte versteht, die sie benutzen, denn das tut er nämlich nicht. Wenn wir es oft genug und eindeutig anwenden, dann kann ihr Hund hervorragend Vokabeln mit einer Handlung, ein Objekt oder eine Person mit dem jeweiligen Wort verknüpfen. Sie wissen zwar nicht, was „Sitz“ bedeutet, lernen aber sich zu setzen, wenn wir „Sitz“ sagen. Er hat keine Ahnung, was wir von ihm verlangen, wenn wir unseren Hund mit einem „Setz dich hin!“ kontfrontieren, noch dazu in einer anderer Betonung. Ihr Hund versteht es buchstäblich nicht mehr, wenn wir gar in ganzen Sätzen sprechen. Denn es ist das Klangbild, das sich dem Hund einprägt, etwa hart ausgestoßene Zischlaute oder langgezogene Vokale.

Die richtigen Klangbilder für die Hundeerziehung verwenden
Ganz gezielt nutzen Hundetrainer sogenannte Klangbilder. Sie sagen nicht „Sitz“, stattdessen stoßen sie ein kurzes hartes „Sitztztztz“ aus, nicht gesungen, sondern auf ein- und demselben Ton. Ähnlich klingen „Platztztztz“ und das „Bei Fussssssss!“, das in den Wiederholungen dann nur noch „Fussss!“ heißt. Dank ihrer guten Kombinationsgabe lernen Hunde, dass bei Befehlen mit Zischlauten eine sofortige Reaktion erwünscht ist und sie sich vollkommen auf den Menschen konzentrieren werden.

Doch wer ist schon durchgängig so konsequent wie ein professioneller Trainer? Denn unsere Stimme passt sich meistens automatisch an unsere Laune an. Wenn wir uns ärgern, vergessen wir das alltäglich ruhig ausgesprochene „Bei Fussss!“ und verwirren somit unseren Hund, der zudem noch den Leinenruck spürt, durch „wirres Gestammel“ wie „Nein, lass das, hierher, komm jetzt“, oder für die Ohren von Hunden noch unverständlicher, indem wir grummelnd seinen Namen rufen.

Kommst du endlich, oder nicht?
Ganz ähnlich ist es mit dem „Hier“, was langgezogen und melodisch dem Hund einen gesprochenen „Pfiff“ signalisieren soll. Also nicht „Hier“, „Hierher“ oder „Komm“, rufen, sondern immer laut, deutlich und langgezogen „Hiiiiier!“, verbunden mit einem lockenden Namensruf und ganz wichtig, wenn Ihr Hund das „Hiiiiier“ auch befolgt, ihn mit einem „Braaaav“ als Willkommensdankeschön zusprechen.

Typische Fehler beim Rufen des Hundes
Die meisten menschlichen Fehler passieren unabsichtlich ferade beim Heranrufen.  Denn durch welchen Grund sollte ein Hund freudig auf uns zurennen, der unwirsch angepflaumt wird, etwa wie mit „Bello, komm sofort her!“? An der Betonung hört er ja schon unseren Ärger. Durch ein zorniges „Na endlich“ oder „Schneller ging’s wohl nicht“, zudem verbunden mit einer drohenden Handbewegung bestätigt oft genug seine Vorahnung zum Ärger. Probieren Sie es mal aus.Ganz schnell und auf Dauer, wenn er nach seiner Ankunft aufs herzlichste begrüßt wird, lernt auch der dickköpfigste Hund lernt ein verheißungsvolles langes „Hiiiier“, im Zusammenhang mit seinem aufmunternd ausgesprochenen Namen. Wenigstens in Ihrer Stimme können Sie sich zu einem Lob zwingen und versuchen ihren Ärger und Ungeduld zu unterdrücken.